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Handorakel und Kunst der Weltklugheit

von Baltasar Gracián

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  • Bei allem lasse man etwas Geheimnisvolles durchblicken und errege, durch seine Verschlossenheit selbst, Ehrfurcht.

  • Das ausgesprochene Vorhaben wurde nie hochgesch├Ątzt, vielmehr liegt es dem Tadel blo├č, und nimmt es gar einen ung├╝nstigen Ausgang, so wird man doppelt ungl├╝cklich sein.

  • Man wird nicht fertig geboren; mit jedem Tag vervollkommnet man sich in seiner Person und seinem Beruf, bis man den Punkt seiner Vollendung erreicht, wo alle F├Ąhigkeiten vollst├Ąndig, alle vorz├╝glichen Eigenschaften entwickelt sind.

  • Dies gibt sich daran zu erkennen, da├č der Geschmack erhaben, das Denken gel├Ąutert, das Urteil reif und der Wille rein geworden ist.

  • Der vollendete Mann, weise in seinen Reden, klug in seinem Tun, wird zum vertrauten Umgang der gescheiten Leute zugelassen, ja gesucht.

  • Denn der Verstand ist eben die k├Ânigliche Eigenschaft und deshalb jeder Angriff auf ihn ein Majest├Ątsverbrechen

  • Denn der Verstand ist eben die k├Ânigliche Eigenschaft und deshalb jeder Angriff auf ihn ein Majest├Ątsverbrechen.

  • eine Eigenschaft der h├Âchsten Geistesgr├Â├če, deren ├ťberlegenheit selbst sie loskauft vom Joche gemeiner ├Ąu├čerer Eindr├╝cke.

  • Keine h├Âhere Herrschaft, als die ├╝ber sich selbst und ├╝ber seine Affekte, sie wird zum Triumph des freien Willens.

  • Gl├╝ck und Ruhm. So unbest├Ąndig jenes, so dauerhaft ist dieser; jenes f├╝r das Leben, dieser nachher; jenes gegen den Neid, dieser gegen die Vergessenheit. Gl├╝ck wird gew├╝nscht, bisweilen bef├Ârdert; Ruhm wird erworben.

  • Mit Leuten von Einsicht hat man einen abwechselnden Genu├č, indem man f├╝r das, was man sagt, Beifall, und von dem, was man h├Ârt, Nutzen einerntet.

  • Was uns zu andern f├╝hrt, ist gew├Âhnlich unser eigenes Interesse, dies ist hier jedoch h├Âherer Art.

  • Es gibt Herren, welche im Ruf der Weltklugheit stehn; nicht nur sind diese selbst, durch ihr Beispiel und ihren Umgang, Orakel aller Gr├Â├če, sondern auch die sie umgebende Schar bildet eine h├Âfische Akademie guter und edler Klugheit jeder Art.

  • Jeder Mensch hat ohne k├╝nstliche Bildung etwas Rohes und bedarf in jeder Art von Vollkommenheit der Politur.

  • Nie tut sie das, was sie vorgibt, sondern zielt nur, um zu t├Ąuschen. Mit Geschicklichkeit macht sie Luftstreiche, dann aber f├╝hrt sie in der Wirklichkeit etwas Unerwartetes aus, stets darauf bedacht, ihr Spiel zu verbergen. Eine Absicht l├Ą├čt sie erblicken, um die Aufmerksamkeit des Gegners dahin zu ziehen, kehrt ihr aber gleich wieder den R├╝cken und siegt durch das, woran keiner gedacht.

  • Auf solche Weise k├Ąmpft die Arglist des Python gegen den Glanz der durchdringenden Strahlen Apolls.

  • Das Wesentliche in den Dingen ist nicht ausreichend, auch die begleitenden Umst├Ąnde sind erfordert.

  • Das Wie tut gar viel bei den Sachen, die artige Manier ist ein Taschendieb der Herzen. Ein sch├Ânes Benehmen ist der Schmuck des Lebens, und jeder angenehme Ausdruck hilft wundervoll von der Stelle.

  • Es ist ein Gl├╝ck der M├Ąchtigen, da├č sie M├Ąnner von ausgezeichneter Einsicht sich beigesellen k├Ânnen, diese entrei├čen sie jeder Gefahr der Unwissenheit und m├╝ssen schwierige Streitfragen f├╝r sie er├Ârtern.

  • Eine ganz neue Herrlichkeit ist es, und zwar im Besten des Lebens, k├╝nstlich die zu Dienern zu machen, welche die Natur hoch ├╝ber uns gestellt hat.

  • Das Wissen ist lang, das Leben kurz, und wer nichts wei├č, der lebt auch nicht. Da ist es denn ungemein geschickt, ohne M├╝heaufwand zu studieren, und zwar viel durch viele, um durch sie alle gelehrt zu sein.

  • Man verfahre nicht immer auf gleiche Weise, damit man die Aufmerksamkeit, zumal die der Widersacher, verwirre;

  • Es ist leicht, den Vogel im Fluge zu treffen, der ihn in gerade fortgesetzter Richtung, nicht aber den, der ihn in gewundener nimmt.

  • Nie spielt der Spieler die Karte aus, welche der Gegner erwartet, noch weniger die, welche er w├╝nscht.

  • Flei├č und Talent: ohne beide ist man nie ausgezeichnet, jedoch im h├Âchsten Grade, wenn man sie in sich vereint.

  • Mit dem Flei├če bringt ein mittelm├Ą├čiger Kopf es weiter, als ein ├╝berlegener ohne denselben.

  • Die Arbeit ist der Preis, f├╝r den man den Ruhm erkauft: was wenig kostet, ist wenig wert.

  • Nicht unter ├╝berm├Ą├čigen Erwartungen auftreten. Es ist das gew├Âhnliche Ungl├╝ck alles sehr Ger├╝hmten, da├č es der ├╝bertriebenen Vorstellung, die man sich von ihm machte, nachmals nicht gleichkommen kann.

  • Nie konnte das Wirkliche das Eingebildete erreichen: denn sich Vollkommenheiten denken, ist leicht, sie verwirklichen sehr schwer.

  • Die Einbildungskraft verbindet sich mit dem Wunsche und stellt sich daher stets viel mehr vor, als die Dinge sind.

  • Die Hoffnung ist eine gro├če Verf├Ąlscherin der Wahrheit; die Klugheit weise sie zurecht und sorge daf├╝r, da├č der Genu├č die Erwartung ├╝bertreffe.

  • Viel besser ist es immer, wenn die Wirklichkeit die Erwartung ├╝bersteigt und mehr ist, als man gedacht hatte.

  • Die Kunst, Gl├╝ck zu haben. Es gibt Regeln f├╝r das Gl├╝ck, denn f├╝r den Klugen ist nicht alles Zufall. Die Bem├╝hung kann dem Gl├╝cke nachhelfen.

  • Einige begn├╝gen sich damit, sich wohlgemut an das Tor der Gl├╝cksg├Âttin zu stellen, und zu erwarten, da├č sie ├Âffne. Andere, schon besser, streben vorw├Ąrts und machen ihre kluge K├╝hnheit geltend, damit sie auf den Fl├╝geln ihres Wertes und ihrer Tapferkeit die G├Âttin erreichen und ihre Gunst gewinnen m├Âgen.

  • Gescheite Leute sind mit einer eleganten und geschmackvollen Belesenheit ausger├╝stet, haben ein zeitgem├Ą├čes Wissen von allem, was an der Tagesordnung ist, jedoch mehr auf eine gelehrte als auf eine gemeine Weise; sie halten sich einen geistreichen Vorrat witziger Reden und edler Taten, von welchem sie zur rechter Zeit Gebrauch zu machen verstehen.

  • Dergleichen sind Flecken unseres Ansehens, welche das Mi├čwollen sogleich herausfindet und immer wieder darauf zur├╝ckkommt. Die gr├Â├čte Geschicklichkeit w├Ąre, sie in Zierden zu verwandeln, in der Art, wie C├Ąsar sein physisches Gebrechen mit dem Lorbeer zu bedecken wu├čte.

  • Die Daumenschrauben eines jeden finden. Dies ist die Kunst, den Willen anderer in Bewegung zu setzen. Es geh├Ârt mehr Geschick als Festigkeit dazu. Man mu├č wissen, wo einem jeden beizukommen sei.

  • Alle sind G├Âtzendiener, einige der Ehre, andere des Interesses, die meisten des Vergn├╝gens. Der Kunstgriff besteht darin, da├č man diesen G├Âtzen eines jeden kenne, um mittels desselben ihn zu bestimmen. Wei├č man, welches f├╝r jeden der wirksame Ansto├č ist, so hat man den Schl├╝ssel zu seinem Willen.

  • Die Vollkommenheit besteht nicht in der Quantit├Ąt, sondern in der Qualit├Ąt. Alles Vortreffliche ist stets wenig und selten, die Menge und Masse einer Sache macht sie geringgesch├Ątzt.

  • In nichts gemein. Erstlich: nicht im Geschmack.

  • Zweitens: nicht im Verstande. Man finde kein Gen├╝gen an den Wundern des P├Âbels, dessen Unwissenheit ihn nicht ├╝ber das Erstaunen hinauskommen l├Ą├čt; w├Ąhrend die allgemeine Dummheit bewundert, deckt der Verstand des einzelnen den Trug auf.

  • Es gibt mancherlei grillenhafte Sekten, von welchen allen der kluge Mann sich fernh├Ąlt.

  • Die Gl├╝cklichen und Ungl├╝cklichen kennen, um sich zu jenen zu halten und diese zu fliehen.

  • Dies ist ja eben der einzige Vorzug, den die h├Âchste Macht gibt, da├č man mehr Gutes tun kann als alle andern.

  • Freunde sind die, welche Freundschaft erweisen.

  • Seine vorherrschende F├Ąhigkeit kennen, sein hervorstehendes Talent; sodann dieses ausbilden und den ├╝brigen nachhelfen.

  • Man beobachte also seine ├╝berwiegende Eigenschaft und verwende auf diese allen Flei├č. Bei einigen ist der Verstand, bei andern die Tapferkeit vorherrschend.

  • Wer es g├╝nstig befunden hat, schreite keck vorw├Ąrts; denn es liebt die K├╝hnen leidenschaftlich und als sch├Ânes Weib auch die J├╝nglinge

  • Wer es g├╝nstig befunden hat, schreite keck vorw├Ąrts; denn es liebt die K├╝hnen leidenschaftlich und als sch├Ânes Weib auch die J├╝nglinge.

  • Es ist ein Vorzug des guten Geschmacks, da├č er jede Sache auf dem Punkte ihrer Vollendung genie├čt.

  • Daher gehe der Kluge zur├╝ckhaltend zu Werke und fehle lieber durch ein Zuwenig als durch ein Zuviel.

  • Von angeborener Herrschaft. Sie ist die geheim wirkende Kraft der ├ťberlegenheit.

  • Alle unterwerfen sich ihr, ohne zu wissen wie, indem sie die verborgene Macht nat├╝rlicher Autorit├Ąt anerkennen.

  • Denken wie die Wenigsten und reden wie die Meisten. Gegen den Strom schwimmen zu wollen, vermag keineswegs den Irrtum zu zerst├Âren, sehr wohl aber in Gefahr zu bringen.

  • Von anderer Meinung abweichen, wird f├╝r Beleidigung gehalten; denn es ist ein Verdammen des fremden Urteils.

  • Das Denken ist frei, ihm kann und darf keine Gewalt geschehen. Daher zieht der Kluge sich zur├╝ck in das Heiligtum seines Schweigens; und l├Ą├čt er je sich bisweilen aus, so ist es im engen Kreise Weniger und Verst├Ąndiger.

  • Seine Antipathie bemeistern. Oft verabscheuen wir aus freien St├╝cken, und sogar ehe wir die Eigenschaften der betreffenden Personen kennengelernt haben; bisweilen wagt dieser angeborene, p├Âbelhafte Widerwille sich selbst gegen die ausgezeichnetsten M├Ąnner zu regen.

  • Gr├╝ndlichkeit und Tiefe. Nur soweit man diese hat, kann man mit Ehren eine Rolle spielen. Stets mu├č das Innere noch einmal soviel sein wie das ├äu├čere. Dagegen gibt es Leute von blo├čer Fassade, wie H├Ąuser, die, weil die Mittel fehlten, nicht ausgebaut sind und den Eingang eines Palastes, den Wohnraum einer H├╝tte haben.

  • Andre, die selbst einen oberfl├Ąchlichen Blick haben, werden leicht von solchen get├Ąuscht; aber nicht so die Schlauen: diese gehen aufs Innere und finden es leer, blo├č zum Spotte gescheiter Leute tauglich.

  • Nie setze man Achtung gegen sich selbst aus den Augen und mache sich nicht mit sich selbst gemein

  • Nie setze man Achtung gegen sich selbst aus den Augen und mache sich nicht mit sich selbst gemein.

  • Nie aus der Fassung geraten. Ein gro├čer Punkt der Klugheit, nie sich zu entr├╝sten.

  • Warten k├Ânnen. Es beweist ein gro├čes Herz mit Reichtum an Geduld, wenn man nie in eiliger Hitze, nie leidenschaftlich ist. Erst sei man Herr ├╝ber sich, so wird man es nachher ├╝ber andere sein.

  • Nur durch die weiten R├Ąume der Zeit gelangt man zum Mittelpunkt der Gelegenheit. Weise Zur├╝ckhaltung bringt die richtigen, lange geheim zu haltenden Beschl├╝sse zur Reife.

  • Die Kr├╝cke der Zeit richtet mehr aus als die eiserne Keule des Herkules

  • Die Kr├╝cke der Zeit richtet mehr aus als die eiserne Keule des Herkules.

  • Was viel wert ist, kostet viel; ist doch das edelste Metall das schwerste.

  • Sich anzupassen verstehen. Nicht allen soll man auf gleiche Weise seinen Verstand zeigen, und nie mehr Kraft verwenden, als gerade n├Âtig ist.

  • Man lege nicht immer alles zur Schau aus, sonst wird es morgen keiner mehr bewundern.

  • Daher soll man auf das Ende bedacht sein und seine Sorgfalt mehr auf ein gl├╝ckliches Abgehen als auf den Beifall beim Auftreten richten.

  • Es kann keinen gro├čen Mann geben, der nicht in irgend etwas alle andern ├╝bertr├Ąfe. Mittelm├Ą├čigkeiten sind kein Gegenstand der Bewunderung.

  • Das H├Âchste leisten, und in der vorz├╝glichsten Gattung, dr├╝ckt uns gleichsam einen Souver├Ąnit├Ątscharakter auf, gebietet Bewunderung und gewinnt die Herzen.

  • Sich guter Werkzeuge bedienen. Einige wollen, da├č die Nichtsw├╝rdigkeit ihrer Werkzeuge ihren eigenen Scharfsinn zu verherrlichen diene: eine gef├Ąhrliche Genugtuung, welche vom Schicksal eine Z├╝chtigung verdient.

  • Und bei jeder Begebenheit, wo dem andern eine Freude, sich selber einen Schmerz bereiten hie├če, ist die passende Regel: es sei besser, da├č er jetzt betr├╝bt werde, als du nachher und ohne Nachhilfe.

  • Andererseits soll man nicht ein Gewerbe daraus machen, mit allem unzufrieden zu sein, welches ein h├Âchst albernes Extrem ist, und noch abscheulicher, wenn es aus Affektation, als wenn es aus Verstimmung entspringt.

  • Einige m├Âchten, da├č Gott eine andere Welt, mit ganz andern Vollkommenheiten sch├╝fe, um ihrer ausschweifenden Phantasie Gen├╝ge zu tun.

  • Den gl├╝cklichen Ausgang im Auge behalten. Manche setzen sich mehr die strenge Richtigkeit der Ma├čregeln zum Ziel als das gl├╝ckliche Erreichen des Zwecks; allein stets wird, in der ├Âffentlichen Meinung, die Schmach des Mi├člingens die Anerkennung ihrer sorgf├Ąltigen M├╝he ├╝berwiegen

  • Den gl├╝cklichen Ausgang im Auge behalten. Manche setzen sich mehr die strenge Richtigkeit der Ma├čregeln zum Ziel als das gl├╝ckliche Erreichen des Zwecks; allein stets wird, in der ├Âffentlichen Meinung, die Schmach des Mi├člingens die Anerkennung ihrer sorgf├Ąltigen M├╝he ├╝berwiegen.

  • Wer gesiegt hat, braucht keine Rechenschaft abzulegen.

  • Die ganze Beschaffenheit der Umst├Ąnde k├Ânnen die meisten nicht sehen, sondern blo├č den guten oder schlechten Erfolg; daher wird man nie in der Meinung verlieren, wenn man seinen Zweck erreicht.

  • Ein gutes Ende ├╝bergoldet alles, wie sehr auch immer das Unpassende der Mittel dagegen sprechen mag. Denn zuzeiten besteht die Kunst darin, da├č man gegen die Regeln der Kunst verf├Ąhrt, wenn n├Ąmlich ein gl├╝cklicher Ausgang anders nicht zu erreichen steht.

  • Es gibt ├ämter und Besch├Ąftigungen, die dem allgemeinen Beifallsrufe offen stehen, und andere, die zwar wichtiger sind, jedoch sich keines Ansehens erfreuen.

  • Der begabte Mann ziehe die gepriesenen ├ämter vor, die allen sichtbar sind und deren Einflu├č sich auf alle erstreckt; dann wird die allgemeine Stimme ihm unverg├Ąnglichen Ruhm verleihen.

  • denn das meiste wird nicht erlangt, weil es nicht unternommen wird.

  • Sich nicht gemeiner Launenhaftigkeit hingeben. Der ist ein gro├čer Mann, welcher nie von fremdartigen Eindr├╝cken bestimmt wird. Beobachtung seiner selbst ist eine Schule der Weisheit.

  • Der Anfang der Selbstbesserung ist die Selbsterkenntnis. Es gibt Ungeheuer von Verstimmtheit; immer sind sie bei irgendeiner Laune, und mit dieser wechseln sie die Neigungen; so immerw├Ąhrend von einer niedertr├Ąchtigen Verstimmung am Seile geschleppt, lassen sie sich auf gerade entgegengesetzte Seiten ein.

  • Das Nein des einen wird h├Âher gesch├Ątzt als das Ja mancher andern, denn ein vergoldetes Nein befriedigt mehr als ein trockenes Ja.

  • Auch soll man nie etwas ganz und gar verweigern; denn das hie├če jenen die Abh├Ąngigkeit aufk├╝ndigen: man lasse immer noch ein wenig Hoffnung ├╝brig, die Bitterkeit der Weigerung zu vers├╝├čen.

  • Ein verst├Ąndiger Mann ist stets derselbe in allen seinen Vollkommenheiten und erh├Ąlt sich dadurch den Ruf der Gescheitheit;

  • Es gibt Leute, die alle Tage andere sind, sogar ihr Verstand ist ungleich, noch mehr ihr Wille und bis auf ihr Gl├╝ck. Was gestern das Wei├če ihres Ja war, ist heute das Schwarze ihres Nein. So arbeiten sie best├Ąndig ihrem eigenen Kredit und Ansehen entgegen und verwirren die Begriffe der andern.

  • Ein Mann von Entschlossenheit. Nicht so verderblich ist die schlechte Ausf├╝hrung als die Unentschlossenheit

  • Ein Mann von Entschlossenheit. Nicht so verderblich ist die schlechte Ausf├╝hrung als die Unentschlossenheit.

  • Es gibt zum Entschlu├č ganz unf├Ąhige Leute, die stets des fremden Antriebes bed├╝rfen, und bisweilen entspringt dies nicht sowohl aus Verworrenheit der Urteilskraft, die bei ihnen vielmehr sehr hell ist, als aus Mangel an Tatkraft.

  • Schwierigkeiten auffinden, beweist Scharfsinn; jedoch noch gr├Â├čern das Auffinden der Auswege zu ihnen.

  • Andere hingegen gibt es, die nichts in Verlegenheit setzt: von umfassendem Verstande und entschlossenem Charakter, sind sie f├╝r die h├Âchsten Stellen geboren; denn ihr aufgeweckter Kopf bef├Ârdert den Gesch├Ąftsgang und erleichtert das Gelingen.

  • Sich ein heroisches Vorbild w├Ąhlen: mehr zum Wetteifer als zur Nachahmung. Es gibt Muster der Gr├Â├če, lebendige B├╝cher der Ehre. Jeder stelle sich die Gr├Â├čten in seinem Berufe vor, nicht sowohl um ihnen nachzuahmen, als zur Anspornung.

  • Nicht immer Scherz treiben. Der Verstand eines Mannes zeigt sich im Ernsthaften, welches daher mehr Ehre bringt als das Witzige. Wer immer scherzt, ist nie der Mann f├╝r ernste Dinge.

  • Sein Weilchen mag der Scherz haben; aber alle ├╝brige Zeit geh├Âre dem Ernst.

  • Aber als eine gro├če Feinheit erfordert sie viel Talent; weniger schwer wird sie dem Manne, dessen Kopf in Kenntnissen und dessen Geschmack in Neigungen vielseitig ist.

  • Joviales Gem├╝t. Wenn mit M├Ą├čigung, ist es eine Gabe, kein Fehler. Ein Gran Munterkeit w├╝rzt alles. Die gr├Â├čten M├Ąnner treiben auch bisweilen Possen, und es macht sie bei allen beliebt; jedoch verlieren sie dabei nie weder die R├╝cksichten der Klugheit, noch die Achtung vor dem Anstand aus den Augen. Andere wiederum helfen sich durch einen Scherz auf dem k├╝rzesten Wege aus Verwicklungen; denn es gibt Dinge, die man als Scherz nehmen mu├č, und bisweilen sind es gerade die, welche der andere am ernstlichsten gemeint hat. Man legt dadurch Friedfertigkeit an den Tag, die ein Magnet der Herzen ist.

  • Die Wahrheit wird meistens gesehen, nur ausnahmsweise geh├Ârt.

  • Die Leidenschaft f├Ąrbt alles, was sie ber├╝hrt, mit ihren Farben, bald g├╝nstig, bald ung├╝nstig.

  • Die Trefflichkeiten werden alt und mit ihnen der Ruhm; ein mittelm├Ą├čiges Neues sticht oft das Ausgezeichnete, wenn es alt geworden ist, aus. Man bewirke also seine Wiedergeburt, in der Tapferkeit, im Genie, im Gl├╝ck, in allem. Man trete mit neuen, gl├Ąnzenden Sachen hervor und gehe, wie die Sonne, wiederholt auf. Auch wechsele man den Schauplatz seines Glanzes, damit hier das Entbehren Verlangen, dort die Neuheit Beifall erwecke.

  • Daher schlafe Homer bisweilen, und man affektiere einige Nachl├Ąssigkeiten, sei es im Genie, sei es in der Tapferkeit, jedoch nie in der Klugheit, - um das Mi├čwollen zu bes├Ąnftigen, da├č es nicht berste vor Gift. Man werfe gleichsam dem Stier des Neides den Mantel zu, die Unsterblichkeit zu retten.

  • Dem Klugen n├╝tzen seine Feinde mehr als dem Dummen seine Freunde.

  • Zu nichts zu taugen, ist ein gro├čes Ungl├╝ck; ein noch gr├Â├čeres aber, zu allem taugen zu wollen; solche Leute verlieren durch zu vieles Gewinnen und werden zuletzt allen so sehr zum Abscheu, als sie anfangs begehrt waren.

  • Je mehr eine Fackel leuchtet, desto mehr verzehrt sie sich und verk├╝rzt ihre Dauer. Kargheit im Sichzeigen erh├Ąlt erh├Âhte Wertsch├Ątzung zum Lohn.

  • ├ťbler Nachrede vorbeugen. Der gro├če Haufen hat viele K├Âpfe und folglich viele Augen zur Mi├čgunst und viele Zungen zur Verunglimpfung.

  • Bildung und Eleganz. Der Mensch wird als ein Barbar geboren, und nur die Bildung befreit ihn von der Bestialit├Ąt.

  • Es gibt Leute von nat├╝rlicher Eleganz, von innerer und ├Ąu├čerer Zierlichkeit, im Denken, im Reden, im Putz des Leibes, welcher der Rinde zu vergleichen ist, wie die Talente des Geistes der Frucht. Andere dagegen sind so ungehobelt, da├č alles, was ihr ist, ja zuweilen ausgezeichnete Trefflichkeiten, eine unertr├Ągliche barbarische Ungeschlachtheit verunstaltet.

  • Kenntnis seiner selbst: an Sinnesart, an Geist, an Urteil, an Neigungen. Keiner kann Herr ├╝ber sich sein, wenn er sich nicht zuvor begriffen hat.

  • Spiegel gibt es f├╝r das Antlitz, aber keine f├╝r die Seele;

  • Wie soll ein Unternehmen gut ablaufen, dessen Entwurf schon von der Besorgnis verurteilt wird?

  • Es ist eine gro├če Kunst, sich alles Gute aneignen zu k├Ânnen.

  • Und da die Natur aus dem Menschen, indem sie ihn so hoch stellte, einen Inbegriff ihrer ganzen Sch├Âpfung gemacht hat, so mache ihn nun auch die Kunst zu einer kleinen Welt durch ├ťbung und Bildung des Verstandes und des Geschmacks

  • Und da die Natur aus dem Menschen, indem sie ihn so hoch stellte, einen Inbegriff ihrer ganzen Sch├Âpfung gemacht hat, so mache ihn nun auch die Kunst zu einer kleinen Welt durch ├ťbung und Bildung des Verstandes und des Geschmacks.

  • Unergr├╝ndlichkeit der F├Ąhigkeiten. Der Kluge verh├╝te, da├č man sein Wissen und sein K├Ânnen bis auf den Grund ermesse, wenn er von allen verehrt sein will.

  • Denn gr├Â├čere Verehrung erregt die Mutma├čung und der Zweifel ├╝ber die Ausdehnung der Talente eines jeden als die genaue Kundschaft davon, so gro├č sie auch immer sein m├Âgen.

  • Der Ruf ist schwer zu erlangen; denn er entsteht nur aus ausgezeichneten Eigenschaften, und diese sind so selten als die mittelm├Ą├čigen h├Ąufig.

  • Einmal erlangt aber, erh├Ąlt er sich leicht.

  • Er legt Verbindlichkeiten auf; aber er wirkt noch mehr. Geht er wegen der Erhabenheit seiner Ursache und seiner Sph├Ąre bis zur Verehrung, so verleiht er uns eine Art Majest├Ąt. Jedoch ist nur der wirklich gegr├╝ndete Ruf von unverg├Ąnglicher Dauer.

  • Wer mit offenen Karten spielt, l├Ąuft Gefahr, zu verlieren.

  • Wirklichkeit und Schein. Die Dinge gelten nicht f├╝r das, was sie sind, sondern f├╝r das, was sie scheinen.

  • Die eine H├Ąlfte der Welt lacht ├╝ber die andere, und Narren sind alle. Jedes ist gut und jedes ist schlecht, wie es die Stimmen wollen. Was dieser w├╝nscht, ha├čt jener.

  • Ein unertr├Ąglicher Narr ist, wer alles nach seinen Begriffen ordnen will.

  • Es gibt keinen Fehler, der nicht seinen Liebhaber f├Ąnde, auch d├╝rfen wir nicht den Mut verlieren, wenn unsre Sachen einigen nicht gefallen; denn andere werden nicht ausbleiben, die sie zu sch├Ątzen wissen; aber auch ├╝ber den Beifall dieser darf man nicht eitel werden, denn wieder andere werden sie verwerfen.

  • Die Richtschnur der wahren Zufriedenheit ist der Beifall ber├╝hmter M├Ąnner und derer, die in dieser Gattung eine Stimme haben.

  • Jeder sei in seiner Art majest├Ątisch. Wenn er auch kein K├Ânig ist, m├╝ssen doch alle seine Handlungen, nach seiner Sph├Ąre, eines K├Ânigs w├╝rdig sein und sein Tun in den Grenzen seines Standes und Berufs k├Âniglich.

  • Besonders aber sollte denen, welche dem Throne n├Ąher stehen, etwas von der wahren ├ťberlegenheit ankleben, und sie sollten lieber die wahrhaft k├Âniglichen Eigenschaften als ein eitles Zeremoniell sich anzueignen suchen, nicht eine leere Aufgeblasenheit affektieren, sondern das wesentlich Erhabene annehmen.

  • Es gibt Leute, welche mehr zum Hindernis als zur Zierde der Welt da sind, unn├╝tze M├Âbel, die jeder aus dem Wege r├╝ckt.

  • Nicht mit seinem Gl├╝cke prahlen. Es ist beleidigender, mit Stand und W├╝rde zu prunken, als mit pers├Ânlichen Eigenschaften.

  • Hochachtung erlangt man desto weniger, je mehr man darauf ausgeht; denn sie h├Ąngt von der Meinung anderer ab, weshalb man sie sich nicht nehmen kann, sondern sie von den andern verdienen und abwarten mu├č.

  • Man beobachte diese kluge R├╝cksicht bei der Wahl seiner Freunde und Diener: denn durch die Verbindung der Gegens├Ątze wird man einen sehr gescheiten Mittelweg treffen.

  • sei. Es ist eine Regel der Klugen, die Dinge zu verlassen, ehe sie uns verlassen. Man wisse, selbst aus seinem Ende sich einen Triumph zu bereiten

  • sei. Es ist eine Regel der Klugen, die Dinge zu verlassen, ehe sie uns verlassen. Man wisse, selbst aus seinem Ende sich einen Triumph zu bereiten.

  • Eine Sch├Âne zerbreche schlau beizeiten ihren Spiegel, um es nicht sp├Ąter aus Ungeduld zu tun, wenn er sie aus ihrer T├Ąuschung gerissen hat.

  • Kein Zauber ist m├Ąchtiger als erzeigte Gef├Ąlligkeit, und um Freunde zu erwerben, ist das beste Mittel, sich welche zu machen.

  • Das Meiste und Beste, was wir haben, h├Ąngt von andern ab. Wir m├╝ssen entweder unter Freunden oder unter Feinden leben. Jeden Tag suche man einen zu erwerben, nicht gleich zum genauen, aber doch zum wohlwollenden Freunde; einige werden nachher, nachdem sie eine pr├╝fende Wahl bestanden haben, als Vertraute zur├╝ckbleiben.

  • Wenige Menschen f├╝hren auf eine redliche Art Krieg.

  • Sich nur mit Leuten von Ehr- und Pflichtgef├╝hl abgeben. Mit solchen kann man gegenseitige Verpflichtungen eingehen.

  • Den Ruf der H├Âflichkeit erwerben, denn er ist hinreichend, um beliebt zu sein. Die H├Âflichkeit ist ein Hauptteil der Bildung und ist eine Art Hexerei, welche die Gunst aller erobert, wie im Gegenteil Unh├Âflichkeit allgemeine Verachtung und Widerwillen erregt; wenn aus Stolz entspringend, ist sie abscheulich, wenn aus Grobheit, ver├Ąchtlich.

  • H├Âflichkeit und Ehre haben vor andern Dingen dies voraus, da├č sie bei dem, der sie erzeigt, bleiben.

  • Sich in die Zeiten schicken. Sogar das Wissen mu├č nach der Mode sein, und da, wo es nicht Mode ist, besteht es gerade darin, da├č man den Unwissenden spielt. Denkungsart und Geschmack ├Ąndern sich nach den Zeiten. Man denke nicht altmodisch und habe einen modernen Geschmack.

  • In jeder Gattung hat der Geschmack der Mehrzahl eine geltende Stimme; man mu├č ihm also f├╝r jetzt folgen und ihn zu h├Âherer Vollkommenheit weiterzubringen suchen.

  • Blo├č von der G├╝te des Herzens gilt diese Lebensregel nicht; denn zu jeder Zeit soll man die Tugend ├╝ben. Man will heutzutage nicht von ihr wissen; die Wahrheit reden, oder sein Wort halten, scheinen Dinge aus einer andern Zeit; so scheinen auch die guten Leute noch aus der guten Zeit zu sein, sind aber doch noch geliebt.

  • Nicht eine Angelegenheit aus dem machen, was keine ist. Wie manche aus allem eine Klatscherei machen, so andere aus allem eine Angelegenheit. Immer sprechen sie mit Wichtigkeit, alles nehmen sie ernstlich und machen eine Streitigkeit oder eine geheimnisvolle Sache daraus.

  • Es ist sehr verkehrt, wenn man sich das zu Herzen nimmt, was man in den Wind schlagen sollte.

  • Im Reden und Tun etwas Imponierendes haben. Dadurch setzt man sich allerorts bald in Ansehen und hat die Achtung vorweg gewonnen. Es zeigt sich in allem, im Umgange, im Reden, im Blick, in den Neigungen, sogar im Gange. Wahrlich, ein gro├čer Sieg, sich der Herzen zu bemeistern.

  • Es entsteht nicht aus einer dummen Dreistigkeit, noch aus einem ├╝bellaunigen Wesen bei der Unterhaltung; sondern es beruht auf einer wohlgeziemenden Autorit├Ąt, die aus nat├╝rlicher, von Verdiensten unterst├╝tzter ├ťberlegenheit hervorgeht.

  • Je besser man eine Sache macht, desto mehr mu├č man die darauf verwandte M├╝he verbergen, um diese Vollkommenheit als etwas ganz aus unserer Natur Entspringendes erscheinen zu lassen.

  • Jedoch gibt es Wege, sich jenen Lohn der allgemeinen Liebe zu erwerben: ein ganz sicherer ist, da├č man in seinem Amte und durch seine Talente ausgezeichnet sei, auch das Einnehmende im Betragen tut viel; durch dies alles macht man seine Vorz├╝ge unentbehrlich, so da├č es merklich wird, da├č das Amt unsrer bedurfte, nicht wir des Amtes.

  • Seine Neigungen soll man unter Siegel halten; wieviel mehr seine Fehler.

  • Alle Menschen begehen Fehltritte, jedoch mit dem Unterschiede, da├č die Klugen die begangenen verhehlen, die Dummen aber die, welche sie erst begehen wollen, schon zum voraus l├╝gen.

  • Sogar in der Freundschaft sei es eine Ausnahme, da├č man seine Fehler dem Freunde anvertraut; ja, sich selber sollte man sie, wenn es sein k├Ânnte, verbergen; doch kann man sich hierbei mit jener andern Lebensregel helfen, welche hei├čt: vergessen k├Ânnen.

  • Das Klagen schadet stets unserm Ansehen. Es dient leichter, der Leidenschaftlichkeit anderer ein Beispiel der Verwegenheit an die Hand zu geben als uns den Trost des Mitleids zu verschaffen; denn dem Zuh├Ârer zeigt es den Weg zu eben dem, wor├╝ber wir klagen, und die Kunde der ersten Beleidigung ist die Entschuldigung der zweiten.

  • Tun und sehen lassen. Die Dinge gelten nicht f├╝r das, was sie sind, sondern f├╝r das, was sie scheinen

  • Tun und sehen lassen. Die Dinge gelten nicht f├╝r das, was sie sind, sondern f├╝r das, was sie scheinen.

  • Wert haben und ihn zu zeigen verstehen, hei├čt zweimal Wert haben. Was nicht gesehen wird, ist, als ob es nicht w├Ąre.

  • Eine gute Au├čenseite ist die beste Empfehlung der inneren Vollkommenheit

  • Eine gute Au├čenseite ist die beste Empfehlung der inneren Vollkommenheit.

  • Gescheite allein, wird er f├╝r den Narren gelten. So wichtig ist es, dem Strom zu folgen.

  • Man mu├č mit den ├╝brigen leben, und die Unwissenden sind in der Mehrzahl. Um allein zu leben, mu├č man sehr einem Gotte oder ganz einem Tiere ├Ąhnlich sein.

  • Sich in den Materien festsetzen und den Gesch├Ąften sogleich den Puls f├╝hlen. Viele verirren sich in den Verzweigungen eines unn├╝tzen ├ťberlegens oder auf dem Laubwerk einer erm├╝denden Redseligkeit, ohne auf das Wesen der Sache zu treffen; sie gehen hundertmal um einen Punkt herum, erm├╝den sich und andere, kommen jedoch nie auf die eigentliche Hauptsache.

  • Der Weise sei sich selbst genug. Jener,* der sich selbst alles in allem war, hatte, als er sich selbst davon trug, all das Seinige bei sich.

  • Kunst, die Dinge ruhen zu lassen, und um so mehr, je w├╝tender die Wellen des ├Âffentlichen oder h├Ąuslichen Lebens toben.

  • Gegen Zwiespalt und Verwirrung ist das beste Mittel, sie ihren Lauf nehmen zu lassen: denn so beruhigen sie sich von selbst.

  • Die Ungl├╝ckstage kennen, denn es gibt dergleichen; an solchen geht nichts gut, und ├Ąndert sich auch das Spiel, doch nicht das Mi├čgeschick.

  • Alles, sogar der Verstand, ist dem Wechsel unterworfen, und keiner ist zu jeder Stunde klug; es geh├Ârt Gl├╝ck dazu, richtig zu denken wie eben auch einen Brief gut abzufassen. Alle Vollkommenheiten h├Ąngen von Zeitperioden ab; die Sch├Ânheit hat nicht immer ihren Tag, die Klugheit versagt ihren Dienst, indem wir den Sachen bald zu wenig, bald zu viel tun; und alles mu├č, um gut auszufallen, seinen Tag haben.

  • Ebenso gelingt auch einigen alles schlecht, andern alles gut und mit geringerer Anstrengung. Diese finden alles schon gemacht, der Geist ist aufgelegt, das Gem├╝t in der besten Stimmung, und der Gl├╝cksstern leuchtet. Dann mu├č man seinen Vorteil wahrnehmen und auch nicht das geringste davon verloren gehen lassen.

  • Jedoch wird der Mann von ├ťberlegung nicht wegen eines Unfalls den Tag entschieden f├╝r schlecht oder im umgekehrten Fall f├╝r gut erkl├Ąren; denn jenes konnte ein kleiner Verdru├č, dieses ein gl├╝cklicher Zufall sein.

  • Nicht sich zuh├Âren. Sich selber gefallen hilft wenig, wenn man andern nicht gef├Ąllt, und meistens straft die allgemeine Geringsch├Ątzung die selbsteigene Zufriedenheit.

  • Nie aus Eigensinn sich auf die schlechtere Seite stellen, weil der Gegner sich bereits auf die bessere gestellt hat. Denn sonst tritt man schon besiegt auf den Kampfplatz und wird daher notwendig mit Schimpf und Schande abziehen m├╝ssen. Mit schlechten Waffen wird man nie gut k├Ąmpfen

  • Nie aus Eigensinn sich auf die schlechtere Seite stellen, weil der Gegner sich bereits auf die bessere gestellt hat. Denn sonst tritt man schon besiegt auf den Kampfplatz und wird daher notwendig mit Schimpf und Schande abziehen m├╝ssen. Mit schlechten Waffen wird man nie gut k├Ąmpfen.

  • Sogar der ├ťberlegenste soll freundschaftlichem Rate Raum geben, und selbst die k├Ânigliche Macht darf nicht die Lenksamkeit ausschlie├čen.

  • Es gibt Leute, die rettungslos sind, weil sie sich allem verschlie├čen, sie st├╝rzen sich ins Verderben, weil keiner sich heranwagt, sie zur├╝ckzuhalten.

  • Die Kunst der Unterhaltung besitzen - sie ist es, in der ein ganzer Mann sich produziert.

  • Ist Behutsamkeit n├Âtig, einen Brief zu schreiben, welches eine ├╝berlegte und schriftliche Unterhaltung ist, wie viel mehr bei der gew├Âhnlichen Unterhaltung, in welcher die Klugheit eine unvorbereitete Pr├╝fung zu bestehen hat!

  • Einige halten daf├╝r, da├č die Kunst der Unterhaltung gerade darin bestehe, da├č sie kunstlos sei, indem sie locker und lose, wie die Kleidung, sein m├╝sse. Von der Unterhaltung zwischen genauen Freunden gilt dies wohl; allein, wenn mit Leuten gef├╝hrt, die R├╝cksicht verdienen, mu├č sie gehaltvoller sein, um eben vom Gehalt des Redenden Zeugnis zu geben.

  • Alles kann nicht gut ablaufen, noch kann man alle zufriedenstellen; daher habe man, wenn auch auf Kosten seines Stolzes, so einen S├╝ndenbock, so einen Ausbader ungl├╝cklicher Unternehmungen.

  • Das ganze Leben mu├č ein fortgesetztes Denken sein, damit man des rechten Weges nicht verfehle. Wiederholte ├ťberlegungen und Vorsicht machen es m├Âglich, unsern Lebenslauf zum voraus zu bestimmen.

  • Nie sich zu dem gesellen, durch den man in den Schatten gestellt wird, sei es dadurch, da├č er ├╝ber uns oder da├č er unter uns stehe. Gr├Â├čere Vorz├╝ge finden gr├Â├čere Verehrung; da wird der andere immer die Hauptrolle spielen, wir die zweite; bleibt f├╝r uns ja noch einige Wertsch├Ątzung, so ist es, was er ├╝brig l├Ą├čt.

  • Ebensowenig aber soll man durch einen schlechten Kumpan sich in Gefahr setzen und nicht auf Kosten seines eigenen Ansehens einem andern Ehre erzeigen.

  • Ist man noch im Werden, so halte man sich zu den Ausgezeichneten, als gemachter Mann aber zu den Mittelm├Ą├čigen.

  • Nicht leicht glauben und nicht leicht lieben. Die Reife des Geistes zeigt sich an der Langsamkeit im Glauben. Die L├╝ge ist sehr gew├Âhnlich; so sei der Glaube ungew├Âhnlich.

  • Die Freunde seiner Wahl, denn erst nachdem der Verstand sie gepr├╝ft und das wechselnde Gl├╝ck sie erprobt hat, sollen sie es sein, erkoren nicht blo├č durch die Neigung, sondern auch durch die Einsicht.

  • Einige Freunde f├╝hrt ihre Zudringlichkeit, die meisten der Zufall uns zu.

  • Sich nicht in den Personen t├Ąuschen, welches die schlimmste und leichteste T├Ąuschung ist. Besser man werde im Preise als in der Ware betrogen

  • Sich nicht in den Personen t├Ąuschen, welches die schlimmste und leichteste T├Ąuschung ist. Besser man werde im Preise als in der Ware betrogen.

  • Keine Ein├Âde ist so traurig, als ohne Freunde zu sein. Die Freundschaft vermehrt das Gute und verteilt das Schlimme; sie ist das einzige Mittel gegen das Ungl├╝ck und ist das Freiatmen der Seele.

  • Die Narren ertragen k├Ânnen. Stets sind die Weisen ungeduldig: wer sein Wissen vermehrt, vermehrt seine Ungeduld. Gro├če Einsicht ist schwer zu befriedigen.

  • Beim Unwichtigen ├╝be man sich f├╝r das Wichtigste.

  • ├ťber Nebenbuhler und Widersacher zu triumphieren verstehen. Sie zu verachten, reicht nicht aus, wiewohl es vern├╝nftig ist; sondern Edelmut ist die Sache.

  • Schicksal auch sich zuziehen. Was f├╝r den einen ein Mi├čgeschick, ist oft f├╝r den andern die gl├╝cklichste Begebenheit; denn keiner k├Ânnte begl├╝ckt sein, wenn nicht viele andere ungl├╝cklich w├Ąren.

  • Worte kann man nicht essen, sie sind Wind; und von Artigkeiten kann man nicht leben, sie sind ein h├Âflicher Betrug.

  • Worte sollen das Unterpfand der Werke sein, und dann haben sie ihren Wert. Die B├Ąume, die keine Frucht, sondern nur Bl├Ątter tragen, pflegen ohne Mark zu sein; man mu├č sie kennen, die einen zum Nutzen, die andern zum Schatten.

  • Mehr darauf wachen, nicht einmal zu fehlen, als hundertmal zu treffen. Nach der strahlenden Sonne sieht keiner, aber alle sehen nach der verfinsterten. Die gemeine Kritik der Welt wird dir nicht, was dir gelungen, sondern was du verfehlt hast, nachrechnen.

  • Alle gelungenen Leistungen eines Mannes zusammengenommen sind nicht hinreichend, einen einzigen und kleinen Makel auszul├Âschen.

  • Die Gunst nicht verbrauchen. Die gro├čen G├Ânner sind f├╝r die gro├čen Gelegenheiten. Ein gro├čes Zutrauen soll man nicht zu kleinen Dingen in Anspruch nehmen, denn das hie├če die Gunst vergeuden

  • Die Gunst nicht verbrauchen. Die gro├čen G├Ânner sind f├╝r die gro├čen Gelegenheiten. Ein gro├čes Zutrauen soll man nicht zu kleinen Dingen in Anspruch nehmen, denn das hie├če die Gunst vergeuden.

  • Der heilige Anker bleibe stets f├╝r die ├Ąu├čerste Gefahr aufbewahrt.

  • Sich nicht mit dem einlassen, der nichts zu verlieren hat. Denn dadurch geht man einen ungleichen Kampf ein. Der andere tritt sorglos auf, denn er hat sogar die Scham verloren, ist mit allem fertig geworden und hat weiter nichts zu verlieren. Daher wirft er sich zu jeder Ungeb├╝hrlichkeit auf. So schrecklicher Gefahr darf man nie seinen unsch├Ątzbaren Ruf aussetzen, der so viele Jahre zu erwerben gekostet hat und jetzt in einem Augenblick verlorengehn kann, indem ein einziger schm├Ąhlicher Unfall so vielen hei├čen Schwei├č vergeblich machen w├╝rde.

  • Nicht von Glas sein im Umgang, noch weniger in der Freundschaft. Einige brechen ungemein leicht, wodurch sie ihren Mangel an Festigkeit zeigen

  • Nicht von Glas sein im Umgang, noch weniger in der Freundschaft. Einige brechen ungemein leicht, wodurch sie ihren Mangel an Festigkeit zeigen.

  • Die Beschaffenheit ihres Gem├╝ts ist zarter als die ihres Augensterns, da sie weder im Scherz noch im Ernst eine Ber├╝hrung duldet. Die unbedeutendsten Kleinigkeiten beleidigen sie: es bedarf keiner Ausf├Ąlle.

  • Wer mit ihnen umgeht, mu├č mit der ├Ąu├čersten Behutsamkeit verfahren, stets ihre Zartheit ber├╝cksichtigen und sogar ihre Miene beobachten, da der geringste ├ťbelstand ihnen Verdru├č erregt.

  • Nicht hastig leben. Die Sachen zu verteilen wissen, hei├čt sie zu genie├čen verstehen. Viele sind mit ihrem Gl├╝ck fr├╝her als mit ihrem Leben zu Ende; sie verderben sich die Gen├╝sse, ohne ihrer froh zu werden, und nachher m├Âchten sie umkehren, wenn sie ihres weiten Vorsprungs inne werden

  • Nicht hastig leben. Die Sachen zu verteilen wissen, hei├čt sie zu genie├čen verstehen. Viele sind mit ihrem Gl├╝ck fr├╝her als mit ihrem Leben zu Ende; sie verderben sich die Gen├╝sse, ohne ihrer froh zu werden, und nachher m├Âchten sie umkehren, wenn sie ihres weiten Vorsprungs inne werden.

  • Vor den Freuden des Lebens sind sie immer voraus, verzehren schon die kommenden Jahre, und da sie so eilig sind, werden sie schnell mit allem fertig. Man soll sogar im Durst nach Wissen ein vern├╝nftig Ma├č beobachten, damit man nicht die Dinge lerne, welche es besser w├Ąre nicht zu wissen.

  • Ein Mann von Gehalt sein; und wer es ist, findet kein Gen├╝ge an denen, die es nicht sind.

  • Ein Betrug macht viele andere notwendig, daher denn das ganze Geb├Ąude schim├Ąrisch ist und, weil in der Luft erbaut, notwendig zur Erde herabfallen mu├č.

  • Falsch angelegte Dinge sind nie von Bestand; schon da├č sie so viel verhei├čen, mu├č sie verd├Ąchtig machen; wie das, was zu viel beweist, selbst nicht richtig sein kann.

  • Seinem Herzen glauben, zumal wenn es erprobt ist; dann versage man ihm nicht das Geh├Âr, da es oft das vorherverk├╝ndet, woran am meisten gelegen. Es ist ein Hausorakel.

  • Verschwiegenheit ist der Stempel eines f├Ąhigen Kopfes. Eine Brust ohne Geheimnis ist ein offener Brief.

  • Wo der Grund tief ist, liegen auch die Geheimnisse in gro├čer Tiefe; denn da gibt es weite R├Ąume und H├Âhlungen, in welche die Dinge von Wichtigkeit versenkt werden.

  • Die Verschwiegenheit entspringt aus einer m├Ąchtigen Selbstbeherrschung, und sich in diesem St├╝cke zu ├╝berwinden, ist ein wahrer Triumph.

  • Ohne zu l├╝gen nicht alle Wahrheiten sagen. Nichts erfordert mehr Behutsamkeit als die Wahrheit: sie ist ein Aderla├č des Herzens. Es geh├Ârt gleichviel dazu: sie sagen und sie zu verschweigen verstehen.

  • Nicht alle Wahrheiten kann man sagen, die einen nicht unser selbst wegen, die andern nicht des andern wegen.

  • Ein Gran K├╝hnheit bei allem ist eine wichtige Klugheit. Man mu├č seine Meinung von andern m├Ą├čigen, um nicht so hoch von ihnen zu denken, da├č man sich vor ihnen f├╝rchtet. Nie bem├Ąchtige sich die Einbildungskraft des Herzens. Viele scheinen gar gro├č, bis man sie pers├Ânlich kennenlernt; dann aber dient ihr Umgang mehr, die T├Ąuschung zu zerst├Âren, als die Wertsch├Ątzung zu erh├Âhen. Keiner ├╝berschreitet die engen Grenzen der Menschheit: alle haben ihr Gebrechen, bald im Kopfe, bald im Herzen.

  • Amt und W├╝rde gibt eine scheinbare ├ťberlegenheit, welche selten von der pers├Ânlichen begleitet wird; denn das Schicksal pflegt sich an der H├Âhe des Amtes durch die Geringf├╝gigkeit der Verdienste zu r├Ąchen.

  • Die Einbildungskraft ist aber immer im Vorsprung und malt die Sachen viel herrlicher, als sie sind; sie stellt sich nicht blo├č vor, was ist, sondern auch, was sein k├Ânnte.

  • Nie sein Ansehen von der Probe eines einzigen Versuchs abh├Ąngig machen; denn mi├čgl├╝ckt er, so ist der Schaden unersetzlich.

  • Immer mu├č man seine Zuflucht zu einer Verbesserung nehmen und sich auf ein Mehreres berufen k├Ânnen. Die Dinge h├Ąngen von gar vielen und mancherlei Zuf├Ąlligkeiten ab; daher eben der gl├╝ckliche Ausgang so selten ist.

  • Der Makellose verkenne das Laster nicht, auch wenn es sich in Gold und Seide kleidet; ja es wird bisweilen eine goldene Krone tragen, deshalb aber doch nicht weniger verwerflich sein.

  • Das Beispiel der H├Âheren hat eine solche ├ťberredungskraft, da├č es uns sogar H├Ą├člichkeiten beredet und selbst die des Gerichts von Schmeichlern bisweilen affektiert wurden, welche jedoch nicht begriffen, da├č, wenn man bei den Gro├čen gegen dergleichen die Augen verschlie├čt, man es an den Geringen verabscheut.

  • Was Gunst erwirbt, selbst verrichten, was Ungunst, durch andre. Durch das erstere gewinnt man die Liebe, durch das andere entgeht man dem ├ťbelwollen.

  • Der Aufmerksame durchschaue alle diese Schliche und lasse sich weder durch die ├╝bertriebenen Erz├Ąhlungen der einen mutlos machen, noch durch die Schmeicheleien der andern aufblasen; sondern sehe ein, da├č jene sich an einem Orte gerade so wie am andern benehmen, ihre Meinungen vertauschen und sich stets nach dem Orte richten, an welchem sie eben sind.

  • Sich den fremden Mangel zunutze machen; denn erzeugt er den Wunsch, so wird er zur wirksamsten Daumschraube.

  • F├╝r die Dummen ist es einer, da├č sie Gl├╝ck haben; auch das Gl├╝ck h├Ą├člicher Weiber ist sprichw├Ârtlich geworden.

  • Friedfertig leben, lange leben. Um zu leben, leben lassen. Die Friedfertigen leben nicht nur; sie herrschen. Man h├Âre, sehe und schweige.

  • Der Tag ohne Streit bringt ruhigen Schlaf in der Nacht.

  • Gegen die List ist die beste Vormauer die Aufmerksamkeit

  • Gegen die List ist die beste Vormauer die Aufmerksamkeit.

  • Von sich und seinen Sachen vern├╝nftige Begriffe haben, zumal beim Antritt einer Laufbahn.

  • Zwar ist es geschickt, etwas zu hoch zu zielen, damit der Schu├č richtig treffe; jedoch nicht so sehr, da├č man den Antritt seiner Laufbahn dar├╝ber ganz verfehle.

  • Zu sch├Ątzen wissen. Es gibt keinen, der nicht in irgend etwas der Lehrer des andern sein k├Ânnte, und jeder, der andere ├╝bertrifft, wird selbst noch von jemandem ├╝bertroffen werden.

  • Von jedem Nutzen zu ziehen verstehen, ist ein n├╝tzliches Wissen.

  • Seinen Gl├╝cksstern kennen. Niemand ist so hilflos, da├č er keinen h├Ątte, und ist er ungl├╝cklich, so ist es, weil er ihn nicht kennt.

  • Mancher fand bei einer Nation bessere Aufnahme als bei der andern und war in dieser Stadt lieber gesehen als in jener. Ebenso hat man oft mehr Gl├╝ck in einem Amte oder Stand als in den ├╝brigen; und alles dies bei Gleichheit, ja Einerleiheit der Verdienste. Das Schicksal mischt die Karten, wie und wann es will.

  • Jeder kenne seinen Gl├╝cksstern, eben wie auch sein Talent: denn davon h├Ąngt es ab, ob er sein Gl├╝ck macht oder verscherzt. Er wisse seinem Stern zu folgen, ihm nachzuhelfen und h├╝te sich,'ihn zu vertauschen, denn das w├Ąre, wie wenn man den Polarstern verfehlt, auf welchen doch der nahe Kleine B├Ąr hindeutet.

  • Alles Fremde wird geachtet, teils weil es von weit her kommt, teils weil man es ganz fertig und in seiner Vollkommenheit erh├Ąlt.

  • Leute hat man gesehen, die einst die Verachtung ihres Winkels waren und jetzt die Ehre der Welt sind, hochgesch├Ątzt von ihren Landsleuten und von den Fremden; von jenen, weil sie von weitem, von diesen, weil sie sie als weither sehen.

  • Nie wird der die Statue auf dem Altar geh├Ârig verehren, der sie als einen Stamm im Garten gekannt hat.

  • Sich Platz zu machen wissen als ein Kluger, nicht als ein Zudringlicher. Der wahre Weg zu hohem Ansehen ist das Verdienst, und liegt dem Flei├če echter Wert zugrunde, so gelangt man am k├╝rzesten dahin.

  • Blo├če Makellosigkeit reicht nicht aus, blo├čes M├╝hen und Treiben ist unw├╝rdig, denn dadurch langen die Sachen so mit Kot bespritzt an, da├č der Ekel ihrem Ansehen schadet. Die Sache ist ein Mittelweg zwischen verdienen und sich einzuf├╝hren verstehen.

  • Etwas zu w├╝nschen ├╝brig haben, um nicht vor lauter Gl├╝ck ungl├╝cklich zu sein. Der Leib will atmen, und der Geist streben. Wer alles bes├Ą├če, w├Ąre ├╝ber alles entt├Ąuscht und mi├čvergn├╝gt. Sogar dem Verstande mu├č etwas zu wissen ├╝brig bleiben, was die Neugierde lockt und die Hoffnung belebt.

  • Obers├Ąttigungen an Gl├╝ck sind t├Âdlich. Beim Belohnen ist es eine Geschicklichkeit, nie g├Ąnzlich zufrieden zu stellen. Ist nichts mehr zu w├╝nschen, so ist alles zu f├╝rchten. Ungl├╝ckliches Gl├╝ck! Wo der Wunsch aufh├Ârt, beginnt die Furcht.

  • Die Reden sind der Schatten der Taten; jene sind weiblicher, diese m├Ąnnlicher Natur.

  • Die Taten sind die Substanz des Lebens, die Reden sein Schmuck.

  • Das Ausgezeichnete in Taten ist bleibend, das in Reden verg├Ąnglich. Die Handlungen sind die Frucht der Gedanken: waren diese weise, so sind jene erfolgreich.

  • Die Verachtung zu handhaben verstehen. Um die Sachen zu erlangen, ist es ein schlauer Kunstgriff, da├č man sie geringsch├Ątze; gew├Âhnlich wird man ihrer nicht habhaft, wenn man sie sucht, und nachher, wenn man nicht darauf achtet, fallen sie uns von selbst in die Hand.

  • Die Anwandlungen der Leidenschaft sind das Glatteis der Klugheit, und hier liegt die Gefahr, sich ins Verderben zu st├╝rzen.

  • Von einem Augenblick der Wut oder der Fr├Âhlichkeit wird man weiter gef├╝hrt als von vielen Stunden des Gleichmuts; und da bereitet manchmal eine kurze Weile die Besch├Ąmung des ganzen Lebens.

  • Jedoch obgleich viele wie Narren sterben, so sterben doch wenige Narren.

  • letzten Feinheiten der Kunst stets zur├╝ckbehalten. Eine Maxime gro├čer Meister, die ihre Klugheit, auch indem sie solche lehren, noch anwenden: immer mu├č man ├╝berlegen bleiben, immer Meister. Mit Kunst mu├č man die Kunst mitteilen und nie die Quelle der Belehrung ersch├Âpfen, so wenig als die des Gebens.

  • Die Reserve bei allen Dingen ist ein gro├če Regel zum Leben, zum Siegen, und am meisten auf hohen Stellen.

  • Die Kunst des Ausdrucks besitzen: sie besteht nicht nur in der Deutlichkeit, sondern auch in der Lebendigkeit des Vortrags.

  • Manche gleichen in ihrer Fassungskraft jenen Gef├Ą├čen, die zwar viel fassen, aber nur wenig von sich geben. Andere wieder sagen sogar mehr, als sie gedacht haben.

  • Nicht auf immer lieben, noch hassen. Seinen heutigen Freunden traue man so, als ob sie morgen Feinde sein w├╝rden, und zwar die schlimmsten.

  • Im goldenen Zeitalter war die Geradheit an der Tagesordnung, in diesem eisernen ist es die Arglist.

  • Wenn man eine Sache nicht erlangen kann, ist es an der Zeit, sie zu verachten.

  • Die Dinge nie wider den Strich nehmen, wie sie auch kommen m├Âgen. Alle haben eine rechte und eine Kehrseite, und selbst das Beste und G├╝nstigste verursacht Schmerz, wenn man es bei der Schneide ergreift; hingegen wird das Feindseligste zur sch├╝tzenden Waffe, wenn beim Griff angefa├čt.

  • ├ťber viele Dinge hat man sich schon betr├╝bt, ├╝ber welche man sich w├╝rde gefreut haben, h├Ątte man ihre Vorteile betrachtet.

  • In allem liegt G├╝nstiges und Ung├╝nstiges; die Geschicklichkeit besteht im Herausfinden des Vorteilhaften.

  • Um Herr ├╝ber sich zu sein, mu├č man sich gr├╝ndlich kennen.

  • Einige verm├Ąhlen sich gleichsam mit dem ersten Bericht, der ihnen zu Ohren kommt, so da├č alle folgenden nur noch Konkubinen werden k├Ânnen

  • Einige verm├Ąhlen sich gleichsam mit dem ersten Bericht, der ihnen zu Ohren kommt, so da├č alle folgenden nur noch Konkubinen werden k├Ânnen.

  • Alle r├Ąchen sich an einem solchen dadurch, da├č auch sie schlecht von ihm reden; da nun aber ihrer viele sind und er allein, so wird er eher ├╝berwunden, als sie ├╝berf├╝hrt sein.

  • Sein Leben verst├Ąndig einzuteilen verstehen; nicht wie es die Gelegenheit bringt, sondern mit Vorhersicht und Auswahl.

  • Ohne Erholungen ist es m├╝hselig, wie eine lange Reise ohne Gasth├Âfe; mannigfaltige Kenntnisse machen es genu├čreich. Die erste Tagereise des sch├Ânen Lebens verwende man zur Unterhaltung mit den Toten: wir leben, um zu erkennen und um uns selbst zu erkennen; also machen wahrhafte B├╝cher uns zu Menschen.

  • Die dritte Tagereise hindurch geh├Âre man ganz sich selber an: das letzte Gl├╝ck ist, zu philosophieren

  • Die dritte Tagereise hindurch geh├Âre man ganz sich selber an: das letzte Gl├╝ck ist, zu philosophieren.

  • Die Augen beizeiten ├Âffnen. Nicht alle, welche sehen, haben die Augen offen; und nicht alle, welche um sich blicken, sehen.

  • Nie seine Sachen sehen lassen, wenn sie erst halb fertig sind; in ihrer Vollendung wollen sie genossen sein.

  • Alle Anf├Ąnge sind ungestalt, und nachher bleibt diese Mi├čgestalt in der Einbildungskraft zur├╝ck. Die Erinnerung, etwas im Zustande der Unvollkommenheit gesehen zu haben, verdirbt den Genu├č, wenn es vollendet ist.

  • Deshalb verh├╝te jeder gro├če Meister, da├č man seine Werke im Embryonenzustand sehe; von der Natur selbst nehme er die Lehre an, sie nicht eher ans Licht zu bringen, als bis sie sich sehen lassen k├Ânnen.

  • Sehr weise Leute sind meistens leicht zu betr├╝gen: obgleich sie das Au├čerordentliche wissen, so sind sie mit dem Allt├Ąglichen des Lebens unbekannt, welches doch notwendiger ist.

  • Daher trage der kluge Mann Sorge, etwas vom Kaufmann an sich zu haben, gerade soviel wie hinreicht, um nicht betrogen oder sogar ausgelacht zu werden. Er sei ein Mann auch f├╝rs t├Ągliche Tun und Treiben, welches zwar nicht das H├Âchste, aber doch das Notwendigste im Leben ist.

  • Den fremden Geschmack nicht verfehlen, sonst macht man ihm statt eines Vergn├╝gens einen Verdru├č.

  • Andere wieder glauben, durch ihre Beredsamkeit zu unterhalten, und martern den Geist durch ihre Geschw├Ątzigkeit

  • Andere wieder glauben, durch ihre Beredsamkeit zu unterhalten, und martern den Geist durch ihre Geschw├Ątzigkeit.

  • Denn es gibt Leute, die nichts abzuschlagen imstande sind; bei solchen ist kein Dietrich vonn├Âten. Allein es gibt andere, deren erstes Wort, zu allen Stunden, Nein ist; bei diesen bedarf es der Geschicklichkeit, bei allen aber der gelegenen Zeit.

  • Man ├╝berrasche sie bei fr├Âhlicher Laune, wenn die vorhergegangene Mahlzeit des Leibes oder des Geistes sie aufgeheitert hat; nur da├č nicht etwas schon ihre kluge Vorhersicht der Schlauheit des Versuchenden zuvorgekommen sei.

  • Wissen, welche Eigenschaft uns fehlt. Viele w├Ąren ganze Leute, wenn ihnen nicht etwas abginge, ohne welches sie nie zum Gipfel der Vollkommenheit gelangen k├Ânnen. An einigen ist es bemerkbar, da├č sie sehr viel sein k├Ânnten, wenn sie sich in einer Kleinigkeit besserten; so etwa fehlt es ihnen an Ernst, was gro├če F├Ąhigkeiten verdunkeln kann; andern geht die Freundlichkeit des Wesens ab; eine Eigenschaft, welche ihre n├Ąchste Umgebung bald vermissen wird, zumal wenn sie Leute im Amt sind. Andern wieder fehlt es an Tatkraft, noch andern an M├Ą├čigung.

  • Den g├╝nstigen Erfolg weiterf├╝hren. Einige verwenden alle ihre Kraft auf den Anfang und vollenden nichts. Sie erfinden, aber f├╝hren nicht aus. Dies ist Wankelmut des Geistes. Auch erlangen sie keinen Ruhm, weil sie nicht verfolgen, sondern alles ins Stocken geraten lassen.

  • Ist das Unternehmen gut, warum wird es nicht vollendet? Ist es schlecht, warum ward es angefangen?

  • Der Kluge erlege sein Wild und begn├╝ge sich nicht damit, es aufgejagt zu haben.

  • Originelle und vom Gew├Âhnlichen abweichende Gedanken ├Ąu├čern ist ein Zeichen eines ├╝berlegenen Geistes.

  • Auch rechne man es sich zur Ehre, von einigen getadelt zu werden, zumal von solchen, die von allem Trefflichen schlecht reden.

  • Nie dem Rechenschaft geben, der sie nicht gefordert hat, und selbst wenn sie gefordert wird, ist es eine Art Vergehen, darin mehr als n├Âtig zu tun. Sich, ehe Anla├č dazu da ist, entschuldigen, hei├čt sich anklagen; und sich bei voller Gesundheit zu Ader lassen, hei├čt dem ├ťbel oder der Bosheit zuwinken.

  • Nicht sein Leben mit dem anfangen, womit man es zu beschlie├čen h├Ątte. Manche nehmen die Erholung am Anfang und lassen die M├╝he f├╝r das Ende zur├╝ck; allein erst komme das Wesentliche, nachher, wenn Raum ist, die Nebendinge. Andere wollen triumphieren, ehe sie gek├Ąmpft haben. Wieder andere fangen damit an, das zu lernen, woran wenig gelegen ist, und schieben die Studien, von welchen sie Ehre und Nutzen hoffen, f├╝r das Ende ihres Lebens auf.

  • Keinen allzudeutlichen Vortrag haben. Die meisten sch├Ątzen nicht, was sie verstehen; aber was sie nicht fassen k├Ânnen, verehren sie.

  • Um gesch├Ątzt zu werden, m├╝ssen die Sachen M├╝he kosten; daher wird ger├╝hmt, wer nicht verstanden wird.

  • Viele loben etwas, und fragt man sie, so haben sie keinen Grund anzuf├╝hren. Woher dies? Alles Tiefverborgene verehren sie als ein Mysterium und r├╝hmen es, weil sie es r├╝hmen h├Âren.

  • Gutes zu erzeigen verstehen: wenig auf einmal, hingegen oft.

  • Allzeit auf seiner Hut sein gegen Unh├Âfliche, Eigensinnige, Anma├čliche und Narren jeder Art. Man st├Â├čt auf viele, und die Klugheit besteht darin, nicht mit ihnen aneinanderzugeraten

  • Allzeit auf seiner Hut sein gegen Unh├Âfliche, Eigensinnige, Anma├čliche und Narren jeder Art. Man st├Â├čt auf viele, und die Klugheit besteht darin, nicht mit ihnen aneinanderzugeraten.

  • Vor dem Spiegel seiner ├ťberlegung waffne man sich jeden Tag mit Vors├Ątzen in dieser Hinsicht, so wird man die Gefahren, welche die Narrheit uns in den Weg legt, ├╝berwinden.

  • Keinem werden wir, und keiner uns ganz angeh├Âren: dazu ist weder Verwandtschaft, noch Freundschaft, noch die dringendste Verbindlichkeit hinreichend.

  • Es ist eine gro├če Lebensklugheit, es zu verstehen, die Luft zu verkaufen.

  • Das meiste wird mit Worten bezahlt, und mittels ihrer kann man Unm├Âglichkeiten durchsetzen. So treibt man in der Luft Handel mit der Luft, und der k├Ânigliche Atem vermag Mut und Kraft einzufl├Â├čen.

  • Der Kluge tue gleich anfangs, was der Dumme erst am Ende. Der eine und der andere tut dasselbe, nur in der Zeit liegt der Unterschied: jener tut es zur rechten, dieser zur unrechten.

  • Was vielen gef├Ąllt, nicht allein verwerfen. Etwas Gutes mu├č daran sein, da es so vielen gen├╝gt, und l├Ą├čt es sich auch nicht erkl├Ąren, so wird es doch genossen.

  • In jedem Fache halte sich, wer wenig wei├č, stets an das Sicherste; wird er dann auch nicht f├╝r fein, so wird er doch f├╝r gr├╝ndlich gelten.

  • Die Gem├╝tsarten derer, mit denen man zu tun hat, begreifen, um ihre Absichten zu ergr├╝nden.

  • Mitmachen, soweit es der Anstand erlaubt. Man mache sich nicht immer wichtig und widerw├Ąrtig, dies geh├Ârt zur edlen Sitte.

  • Dem Mann steht nichts besser an, als da├č er ein Mann scheine; das Weib kann das M├Ąnnliche als eine Vollkommenheit affektieren - nicht so umgekehrt.

  • Mit zwanzig Jahren ist der Mensch ein Pfau; mit drei├čig ein L├Âwe; mit vierzig ein Kamel; mit f├╝nfzig ein Schlange, mit sechzig ein Hund; mit siebzig ein Affe; mit achtzig ÔÇô nichts.

  • Zu prunken verstehen. Es ist die Glanzbeleuchtung der Talente. F├╝r jedes derselben kommt eine g├╝nstige Zeit: die benutze man, denn nicht jeder Tag wird der des Triumphes sein.

  • Bisweilen besteht es mehr in einer stummen Beredsamkeit, indem man gleichsam nur aus Nachl├Ąssigkeit seine Vollkommenheiten zum Vorschein kommen l├Ą├čt; denn das kluge Verhehlen derselben ist das wirksamste Paradieren damit, da man eben durch solches Entziehen die Neugierde am lebhaftesten anreizt.

  • Sehr geschickt auch ist es, nicht die ganze Vollkommenheit mit einem Male aufzudecken, sondern nur einzelne Proben davon verstohlenen Blicken preiszugeben, und dann immer mehr. Jede gl├Ąnzende Leistung mu├č das Unterpfand einer gr├Â├čeren sein, und im Beifall der ersten schon die Erwartung der folgenden liegen.

  • Durch Abwesenheit seine Hochsch├Ątzung oder Verehrung bef├Ârdern. Wie die Gegenwart den Ruhm vermindert, so vermehrt ihn die Abwesenheit

  • Durch Abwesenheit seine Hochsch├Ątzung oder Verehrung bef├Ârdern. Wie die Gegenwart den Ruhm vermindert, so vermehrt ihn die Abwesenheit.

  • Die Einbildungskraft reicht weiter als das Gesicht, und die T├Ąuschung, welche ihren Eingang gew├Âhnlich durch die Ohren findet, hat ihren Ausgang durch die Augen.

  • Die Gabe der Erfindung besitzen. Sie beweist das h├Âchste Genie; allein, welches Genie kann ohne einen Gran Wahnsinn bestehen?

  • Man sei niemandem f├╝r alles, auch nie allen verbindlich gemacht, denn sonst wird man zum Sklaven oder gar zum Sklaven aller. Einige werden unter gl├╝cklicheren Umst├Ąnden geboren als andere: jene, um Gutes zu tun, diese, um es zu empfangen

  • Man sei niemandem f├╝r alles, auch nie allen verbindlich gemacht, denn sonst wird man zum Sklaven oder gar zum Sklaven aller. Einige werden unter gl├╝cklicheren Umst├Ąnden geboren als andere: jene, um Gutes zu tun, diese, um es zu empfangen.

  • Die Freiheit ist viel k├Âstlicher als das Geschenk, wof├╝r man sie hingibt. Man soll weniger Wert darauf legen, viele von sich, als darauf, sich selbst von keinem abh├Ąngig zu sehen.

  • Nie handle man im leidenschaftlichen Zustande, sonst wird man alles verderben.

  • Nach der Gelegenheit leben. Unser Handeln, unser Denken, alles mu├č sich nach den Umst├Ąnden richten.

  • Man lebe nicht nach ein f├╝r allemal gefa├čten Vors├Ątzen, es sei denn zugunsten der Tugend, noch schreibe man dem Willen bestimmte Gesetze vor, denn morgen schon wird man das Wasser trinken m├╝ssen, welches man heute verschm├Ąhte.

  • Der Weise hingegen wei├č, da├č der Leitstern der Klugheit darin besteht, da├č man sich nach der Gelegenheit richte.

  • Nichts setzt den Menschen mehr herab, als wenn er sehen l├Ą├čt, da├č er ein Mensch sei. An dem Tage h├Âren sie auf, ihn f├╝r g├Âttlich zu halten, an welchem sie ihn recht menschlich erblicken. Der Leichtsinn ist das gr├Â├čte Hindernis unseres Ansehens

  • Nichts setzt den Menschen mehr herab, als wenn er sehen l├Ą├čt, da├č er ein Mensch sei. An dem Tage h├Âren sie auf, ihn f├╝r g├Âttlich zu halten, an welchem sie ihn recht menschlich erblicken. Der Leichtsinn ist das gr├Â├čte Hindernis unseres Ansehens.

  • Die Liebe f├╝hrt die Vertraulichkeit ein, und mit jedem Schritt, den diese vorw├Ąrts macht, macht die Hochachtung einen zur├╝ck. Man sei eher im Besitz einer verehrenden als einer hingebenden Liebe: so ist sie ganzen Leuten angemessen.

  • Zu pr├╝fen verstehen. Die Aufmerksamkeit des Klugen wetteifere mit der Zur├╝ckhaltung des Vorsichtigen. Viel Kopf ist erfordert, um den fremden auszumessen. Es ist wichtiger, die Gem├╝tsarten und Eigenschaften der Personen als die der Kr├Ąuter und Steine zu kennen.

  • Die Worte geben Anzeichen der Rechtlichkeit, aber viel mehr die Taten.

  • Von der Reife. Sie leuchtet aus dem ├äu├čeren hervor, noch mehr aus der Sitte. Die materielle Gewichtigkeit macht das Gold, die moralische den Mann wertvoll.

  • Indem er aufh├Ârte, ein Kind zu sein, fing er an, Ernst und Autorit├Ąt zu erhalten

  • Indem er aufh├Ârte, ein Kind zu sein, fing er an, Ernst und Autorit├Ąt zu erhalten.

  • Sich in seinen Meinungen m├Ą├čigen. Jeder fa├čt seine Ansichten nach seinem Interesse und glaubt einen ├ťberflu├č an Gr├╝nden f├╝r dieselben zu haben.

  • Nicht wirksam scheinen, sondern sein. Viele geben sich den Schein, wichtige Gesch├Ąfte zu treiben, ohne den mindesten Grund: aus allem machen sie ein Ministerium, auf die albernste Weise. Sie sind Cham├Ąleone des Beifalls und f├╝r alle ein unersch├Âpflicher Stoff zum Lachen. Die Eitelkeit ist ├╝berall widerlich, hier aber auch l├Ącherlich.

  • Man strebe lieber danach, ein Held zu sein, als es zu scheinen.

  • Ein Mann von erhabenen Eigenschaften. Die vom ersten Range machen M├Ąnner ersten Ranges, und eine einzige derselben gilt mehr als eine gro├če Anzahl mittelm├Ą├čiger.

  • Mit zwanzig Jahren herrscht der Wille vor, mit drei├čig das Genie, mit vierzig das Urteil.

  • S├Ąttigung mit dem, was gef├Ąllt, ist gef├Ąhrlich und kann der unsterblichsten Vortrefflichkeit Gerinsch├Ątzung zuziehen.