# Management

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# Doppelte BuchfĂŒhrung

Die doppelte BuchfĂŒhrung mit Soll und Haben, Aktiva und Passiva hat gegenĂŒber der einfachen oder kameralistischen BuchfĂŒhrung erhebliche Vorteile, weshalb sie weltweit eingesetzt wird. Jedem Vermögensgegenstand auf der Aktivseite steht eine Quelle auf der Passivseite gegenĂŒber. Entweder ist diese Quelle Eigenkapitel des Unternehmens oder eine Verbindlichkeit.

Jedes international agierende Unternehmen nutzt die doppelte BuchfĂŒhrung. Es gibt verschiedene Standards, nach denen die BĂŒcher erstellt werden. In Deutschland ist im HGB genau beschrieben, wie die Bilanz auszusehen hat. GrundsĂ€tzlich ist das HGB sehr konservativ, wenn es darum geht, Gewinne anzusetzen. Verluste hingegen werden bereits frĂŒh antizipiert. Beides ist das Ergebnis des Vorsichtsprinzip – eines der fundamentalen Prinzipien der GrundsĂ€tze ordnungsgemĂ€ĂŸer BuchfĂŒhrung. Im amerikansichen Rechnunsgwesen dagegen können Gewinne leichter angesetzt werden.

Die doppelte BuchfĂŒhrung erlaubt einen strukturierten und ĂŒbersichtlichen Blick ĂŒber die wesentlichen Postionen eines jeden Unternehmens. FĂŒr Nicht-BWLEr gibt es ein sehr gutes kleines Buch namens "Accounting Made Simple" von einem amerikanischen CPA names Mike Piper. CPA bedeutet Certified Public Accountant und ist mit dem deutschen WirtschaftsprĂŒfer vergleichbar.

Beispiele

  • Luca Pacioli
  • WirtschaftsprĂŒfungen
  • HGB, US-GAAP, IFRS

# Net Present Value

Das Konzept des Barwerts, kurz NPV, ist eines der wichtigsten in der BWL. Der Barwart ist der abgezinste Wert zukĂŒnftiger Zahlungsströme. Er erlaubt so die Vergleichbarkeit verschiedener Investments. Die Abzinsung erfolgt mit einem Zinssatz, der das Risiko eines vergleichbaren Investments widerspiegelt. Der NPV ist ein gutes Vergleichsmittel hat aber auch verschiedene SchwĂ€chen, die man beachten muss.

SĂ€mtliche Kosten, die in der Vergangenheit liegen, werden beim NPV-basierten Berechnungsmethodennicht berĂŒcksichtigt, denn sie sind sunk costs, also versunken. Auch wenn ein Projekt bereits 5 Millionen Euro gekostet hat, aber einen NPV von -3 Million Euro aufweist, dann geht man es – als rationaler Entscheider – nicht ein, auch wenn es heißt "wir haben ja schon so viel investiert, jetzt mĂŒssen wir das Projekt auch abschließen..." Das drĂŒckt sich in der Volksweisheit aus, dass man schlechtem Geld kein gutes hinterherwirft.

Im wirklich lesenswerten Buch "Principles of Corporate Finance" der Autoren Brealey, Myers Allen wird erklĂ€rt, wieso der NPV als Bewertungskriterium anderen Kriterien wie dem internen Zinsfuß ĂŒberlegen ist. Kurz: Der NPV ist ein sehr gutes (aber nicht perfektes) Instrument, um Investments zu vergleichen. Im Finance-Bereich eines jeden Unternehmens gehört der NPV daher zur Tagesordnung.

Beispiele

  • Unternehmensbewertung
  • Investitionsentscheidungen
  • Private Equity
  • Investmentbanking

# EffektivitÀt und Effizienz

Diese beiden Konzepte werden oft verwechselt, dabei meinen sie unterschiedliches:

  • Etwas ist effektiv, wenn es den gewĂŒnschten Effekt erzielt, also Wirkung entfaltet
  • Etwas ist effizient, wenn es dabei so wenig Aufwand wie möglich erfordert

EffektivitĂ€t und Effizienz schließen sich nicht aus. Etwas kann gleichzeitig effektiv und effizient sein.

Da auf vielen Folien im Mannheimer BWL-Bachelor die Rede von "effectively and efficiently" ist, nenne ich die beiden scherzhaft die "Mannheimer Es". Leider werden diese Es in vielen FĂ€llen zum Bullshitting missbruacht, wie es bei vielen Management-Konzepten der Fall ist.

# Wert und Preis

"Was viel wert ist, kostet viel; ist doch das edelste Metall das schwerste." – Baltasar Gracián

Nicht alles ist so viel wert, wie es kostet. Und fĂŒr verschiedene Akteure, hat ein und dieselbe Sache einen unterschiedlich hohen Wert. Wert und Preis korrelieren zwar zu einem gewissen Grad miteinander, aber eben nicht perfekt. Daher gibt es in jedem Markt immer wieder die Möglichkeit, diese DisparitĂ€t auszunutzen. Das nennt man Arbitrage. Nichts anderes nutzt Buffet, wenn er fĂŒr Aktien, also Unternehmensanteile, weniger bezahlt, als sie intrinsisch Wert sind (intrinsic value vs.market value).

"The single most important decision in evaluating a business is pricing power. If you’ve got the power to raise prices without losing business to a competitor, you’ve got a very good business. And if you have to have a prayer session before raising the price by 10 percent, then you’ve got a terrible business." — Warren Buffett

Auch das Value-Pricing, eine Pricing-Methode, die am ehesten zu Profit fĂŒhrt, nutzt diesen Mechanismus. Wenn Apple ein iPhone mit 64 GB fĂŒr 800 € anbietet und eines mit 256 GB 900 € kostet, dann ist das Value-Pricing. FĂŒr den Kunden sind die zusĂ€tzlichen 192 GB Speicherplatz 100 € wert (denn sie liefern zusĂ€tzlichen Value). Apple hingegen bezahlt nur unwesentlich mehr fĂŒr einen 256-GB-Speicherchip im Vergleich zum 64-GB-Speicherchip und nutzt die Wert-Preis-DisparitĂ€t sehr klug aus.

Beispiele

  • Baltasar GraciĂĄn
  • Value Investing

# Influence

In seinem Weltbestseller "Influence", der seit jeher Teil von MBA-Programmen ist, beschreibt Cialdini sechs Techniken, die zur Überzeugung genutzt werden. Sie alle fußen auf fundamentalen Prinzipien der menschlichen Psyche und funktionieren daher auch heute noch. Die sechs Techniken sind:

  1. Reciprocity: "Wie du mir, so ich dir", Werbegeschenke; aber auch im Negativen ("Auge um Auge", Ex 21,23–25)
  2. Commitment/Consistency: "Kostenlose Probe-Angebote", Demos, Shareware (macht sich die Vermeidung kognitiver Dissonanz zu nutz; Ben Franklin effect)
  3. Social Proof: "Bereits 10.000 zufriedene Kunden" oder "Bestseller"
  4. Authority: "Von fĂŒhrenden Medizinern empfohlen"
  5. Liking: Freundlichkeit, Höflichkeit
  6. Scarcity: "Nur noch 9 StĂŒck vorhanden"

Beispiele

  • Catch Me If You Can
  • Staubsaugervertreter
  • Kaffee-Fahrten

Verwandte Modelle

  • Kognitive Dissonanz
  • Reciprocal altruism
  • Ben Franklin effect

# Shareholder und Stakeholder

Shareholder sind AktionĂ€re, also die Eigentumer eines Unternehmens. Stakeholder sind all diejenigen, die Entscheidungen einer Organisation treffen oder von diesen betroffen sind. Beispiele fĂŒr Stakeholder sind: Manager, Angestellte, Shareholder, Anwohner, die Allgemeinheit.

Es gibt unterschiedliche Auffassungen im Bezug auf die Frage, wer der wichtigste Stakeholder ist. Das amerikanische Management ist klassischerweise Shareholder orientert. Das heißt, dass alle Entscheidungen möglichst so getroffen werden, dass der Wert des Unternehmens anstiegt. Das bedeutet nĂ€mlich, dass die Shareholder ihr Vermögen vergrĂ¶ĂŸern.

In Deutschland ist der Fokus tendenziell stĂ€rker auf die Angestellten gerichtet. Dank starker Gewerkschaften und BetriebsrĂ€ten mĂŒssen Unternehmen in Deutschland, weit mehr als in den USA, auf die Belange der Mitarbeiter achten.

Andere Glaubensrichtungen akzentuieren die Bedeutung des Kunden fĂŒr das Unternehmen. Das Sprichwort "Der Kunde ist König" beschreibt das gut. Amazon ist beispielsweise ein Unternehmen, das fĂŒr seine hohe Kundenzufriedenheit gedacht ist.

NGOs wie Greenpeace betonen die Bedeutung des Einflusses, den ein Unternehmen auf die Umwelt oder die Allgemeinheit hat. Wenn ein Exxon-Ölltanker verunglĂŒckt oder eine Fabrik explodiert, dann hat das nicht nur fĂŒr das Unternehmen selbst Folgen. Vielmehr betreffen diese Ereignisse die Umwelt und verschiedene Menschen.

FĂŒr Unternehmen ist es aufgrund der Vielzahl an Stakeholdern schwierig, allen Interessen gleichzeitig gerecht zu werden. Deshalb versuchen moderne Management-AnsĂ€tze (z.B. der von Michael Porter entwickelte Ansatz des "Creating Shared Value") die verschiedenen Interessen gleichzeitig zu befriedigen. Im Fall von Amazon geht die Kundenorientierung mit einer sehr guten Aktienkurs-Entwicklung einher.

Dass es möglich ist, verschiedene Stakeholder gleichzeitig zu bedienen, zeigt folgendes Zitat. Es stammt von Robert Bosch, einem der schillerndsten deutschen Unternehmer:

"Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne zahle." — Robert Bosch

Beispiele

  • Jack-Welch-Management
  • Greenpeace
  • NGOs

# Balanced Scorecard

Die Intention der Balanced Scorecard ist es, ein holistischeres Bild eines Unternehmens zu zeigen, als es durch reine finanzielle Kennzahlen (KPIs) möglich ist. Es gibt vier Dimensionen:

  1. Finanzen
  2. Kunden & Stakeholder
  3. Interne Prozesse
  4. Lernen & Wachstum

Beispiele

  • HorvĂĄth & Partners
  • Controlling

# Brand Equity

Marken haben einen großen Einfluss darauf, wie wir Entscheidungen treffen. Brand equity ist die Konzeptualisierung dieses Effekts. Ein Logo auf einem T-Shirt kann dessen Preis um ein Vielfaches vergrĂ¶ĂŸern. Das gilt insbesondere auch fĂŒr Wasser: Evian und VOSS sind hier ein sehr gutes Beispiel. Der Effekt des Brand Equity, manchmal auch Brand Value genannt, wird beim Value-Pricing ausgenutzt. Starke Marken wie Coca-Cola, Star Wars und Google können so im Vergleich zu Unternehmen mit weniger starker Marke ein Premium verlangen, also letztlich höhere Preise am Markt durchsetzen.

Marken sind ein interessantes Konzept, denn sie verleihen einem abstrakten Konzept eine Persönlichkeit. Denkt man beispielsweise an Nivea, dann evoziert die Vorstellung dieser Marke ein GefĂŒhl, Ă€hnlich wie es der Fall ist, wenn man an Personen denkt.

Marken mĂŒssen wie ein kleines PflĂ€nzchen gehegt und gepflegt werden. Es dauert, bis sich eine Mark etabliert hat. Auf der anderen Seite kann eine Marke durch undurchdachte Handlungen oder Äußerungen auch ganz schnell zerstört werden. Man denke hierbei an die unschönen Äußerungen des GrĂŒnders von Hollister und Abercrombie & Fitch, die dazu gefĂŒhrt haben, dass beide Marken gehörig an Strahlkraft eingebĂŒĂŸt haben.

Denkt man an die Marken der unten stehenden Liste, so fĂ€llt auf, dass jede ein starkes Markenimage hat. Und doch ist jede Marke unterschiedlich, erzeugt unterschiedliche GefĂŒhle.

Beispiele

  • Apple
  • Ferrari
  • Louis Vuitton
  • Rolex
  • Harley Davidson
  • Spotify
  • W Hotels
  • Hasselblad
  • Amouage
  • Heineken
  • Brioni
  • Intel
  • Nvidia

Verwandte Modelle

  • Wert vs. Preis
  • Influence
  • 4 P des Marketing

# Red Ocean und Blue Ocean

Das Strategie-Konzept des Blue Ocean wurde von zwei INSEAD-Professoren entwickelt (Kim & Mauborgne). Der blaue Ozean stellt eine Alternative zum roten Ozean dar. Diese ist tiefrot, weil sich darin zahlreiche Haie tummeln. Die Haie stehen fĂŒr das harte, umkĂ€mpfte Wettbewerbsumfeld.

Ein blauer Ozean dagegen ist eine eigene Nische mit einem Produkt, das dort friedlich Profite erwirtschaftet. Beispiele fĂŒr den Blue Ocean sind: Cirque du soleil, die Nintendo Wii und Apple.

Der Schwabe spricht in diesem Zusammenhang ĂŒbrigens nicht von einem blauen Ozean, sondern von einer "gemĂ€hten (grĂŒnen) Wiese". Auf einer solchen Wiese agiert man in einem Umfeld, in dem einem eigentlich niemand in die Quere kommen kann und es eben lĂ€uft.

Die Idee eines blauen Ozeans klingt natĂŒrlich verlockend. In Wahrheit ist es aber natĂŒrlich schwer, alleine im blauen Ozean aktiv zu sein, denn frĂŒher oder spĂ€ter lockt das tiefe Blaue eben doch Haie an.

Im Übrigen ist die Idee des blauen Ozeans keineswegs eine fundamental neue Erfindung. Der blaue Ozean ist vielmehr eine auf die UnternehmensfĂŒhrung ĂŒbertragene Metapher der biologischen Nische. Die biologische Nische beschreibt eine Rolle in einem System in der Natur, in der sich ein Tier durch besondere Anpassung frei entfalten kann.

Beispiele

  • Chan Kim & RenĂ©e Mauborgne
  • INSEAD
  • Nintendo Wii

Verwandte Modelle

  • Ökologische Nische

# 4 P des Marketing (Marketing-Mix)

Das klassische Marketing kennt die 4 Ps: Product,  price,  promotion,  place. FĂŒr das Service-Marketing wird dieses Framework um drei weitere Ps ergĂ€nzt: Processes,  people und physical evidence.

Im Kern zeigen die 4 P die vier Dimensionen, in denen ein Marketing-Manager aktiv sein kann. Die 4 P zeigen auch, dass Marketing weit mehr ist, als sich der Laie gemeinhin darunter vorstellt. Strategisches Marketing besteht nĂ€mlich nicht nur darin, Werbung zu schalten. Dieser Bereich des Marketing, der auch als Marketing-Kommunikation bekannt ist, spielt im Gesamtkontext des Marketing tatsĂ€chlich eine eher untergeordnete Rolle. Denn neben der Mitwirkung bei der Produktentwicklung (product) muss sich die Marketing-Abteilung Gedanken machen ĂŒber die korrekte Bepreisung (price) und die VertriebskanĂ€le des Produktes (place). Kommunikation (promotion) ist demnach nur eine von vielen Facetten des Marketing.

Marketing ist eine der wichtigsten Funktionen in einem jeden Unternehmen. Viele Ingenieure und technisch-orientiere Menschen unterschĂ€tzen die Bedeutung des Marketing fĂŒr das Funktionieren des Gestamtunternehmens. Das beste Produkt kann nur dann verkauft werden, wenn es auch bekannt ist. Und im Marketing wird viel Zeit darauf verwendet, herauszufinden, welche Eigenschaften ein gutes Produkt eigentlich ausmachen. Am Ende entscheiden nĂ€mlich die Kunden, ob das Produkte die Zielanforderungen erfĂŒllt. Da das Marketing (und in besonderem Maße Sales) am nĂ€chsten am Kunden sind, sind sie ein bedeutender Stakeholder im Bezug auf die Produktentwicklung.

# Porters fĂŒnf KrĂ€fte

Porter's Five Forces sind ein staple an jeder Business-School. Die meisten Studenten sind davon schon genervt, was aber nichts an der konzeptionellen Eleganz dieses Management-Tools Ă€ndert. Die fĂŒnf KrĂ€fte, die laut Porter den Wettbewerb definieren, sind:

  1. Verhandlungsmacht der Lieferanten (suppliers)
  2. Verhandlungsmacht der Kunden (customers)
  3. Bedrohung durch neue Wettbewerber (new entrants)
  4. Bedrohung durch Ersatzprodukte (substitute products)
  5. WettbewerbsintensitÀt in der Branche (direct competition)

Die Nutzung der 5 KrĂ€fte hilft einen holistischen Blick auf die aktuelle Situation eines Unternehmens zu werfen. Der klassische Blick, der sich nur auf den direkten Wettbewerber und den Kunden richtet, lĂ€sst neue Wettbewerber oder Anbieter von Substituten außen vor.

Ein Fluglinienbetreiber konkurriert eben nicht nur mit anderen Airlines, sondern auch mit Transportmitteln wie der Eisenbahn. Und auch die Lieferanten sind beispielsweise im Airline-GeschĂ€ft von großer Bedeutung. Kerosin stellt eine der grĂ¶ĂŸten variablen Kostenpositionen einer Airline und dementsprechend sind die Lieferanten fĂŒr Kerosin von entscheidender Bedeutung. Die meisten Fluggesellschaften hedgen Kerosin (oder entsprechende Derivate), um weniger von den Ölanbietern abhĂ€ngig zu sein.

# Long-tail-Prinzip

Das Paretoprinzip gilt fĂŒr klassische GeschĂ€fte: Etwa 20 % der Produkte sind fĂŒr etwa 80 % des Umsatzes verantwortlich. Das Long-tail-Prinzip kehrt das Paretoprinzip um. WĂ€hrend es frĂŒher nur eine geringe Anzahl an Hits und Mainstream-Produkten gab (weil sich Nischenprodukte schlecht offline verkaufen lassen), gibt es heute dank Amazon eine Vielzahl von Nischenprodukten im long tail.

Als Jeff Bezos Amazon grĂŒndete, suchte er sich bewusst BĂŒcher als erste Produktkategorie aus. BĂŒcher, so Bezos, sind die Kategorie mit der mit Abstand höchsten Zahl an SKUs (Stock keeping units). Anders als in einem Brick-and-Mortar-Store, wo LadenflĂ€che sehr, sehr teuer ist, kann man in einem Online-Store Hunderttausende von verschiedenen BĂŒchern gĂŒnstig in einem Lager platzieren. Durch eine gute Logistik ist man so der grĂ¶ĂŸte BuchhĂ€ndler der Welt geworden.

Das Long-tail-Prinzip gilt natĂŒrlich nicht nur fĂŒr physische Produkte, die online verkauft werden, sondern in ganz besonderem Maße fĂŒr digitale Produkte. Diese nĂ€mlich lassen sich praktisch kostenfrei speichern. Und im Internet gibt es fĂŒr jede Nische eine Zielgruppe. Ein englisch-sprachiges Produkt aus einer Nische kann im Internet dennoch Tausender oder Millionen von Abnehmern finden.

Ein Beispiel ist der YouTube-Kanal "Spirit Of The Law". Dieser Kanal macht Videos zu Strategien fĂŒr das 20 Jahre alte Strategiespiel Age of Empires 2. Der Kanal hat 200.000 Abonnenten und ĂŒber 57.000.000 Millionen Aufrufe. Eine Fernsehsendung zu einem Nischenthema wie "Strategien fĂŒr ein 20 Jahre altes Computerspiel" wĂŒrde in keinem Mainstream-Sender eine Chance haben. Durch das Internet aber finden sich genau die 200.000 Menschen, die sich Strategien fĂŒr Age of Empires anschauen möchten.

Im Internet ist keine Nische zu klein, zu exzentrisch oder speziell. Und dank Long-tail-Prinzip kann es in jeder Nische Angebote und Communities geben.

Beispiele

  • Amazon
  • Nischenthemen im Internet
  • Expertenforen

Verwandte Modelle

  • Potenzgesetze
  • Paretoprinzip
  • Nische

# Lagging indicator vs. Leading indicator

Ein Indikator gibt uns einen Hinweis auf eine bevorstehende oder zugrundeliegende Entwicklung. Der Indikator kann sich auf Inputs oder Outputs beziehen. Das ist auch das Unterscheidungskriterium von leading und lagging indicator.

Das Konzept des lagging indicators ist mit dem der Effekte zweiten Grades vergleichbar. Weltlicher Erfolg ist ein lagging indicator, denn er stellt sich erst ein, wenn davor investiert wurde. Dasselbe gilt fĂŒr wesentliche Unternehmens-KPIs wie Umsatz oder Gewinn. Sie sind das Resultat von vorangehenden Handlungen.

Leading indicators deuten eine Entwicklung an, die sich in der Zukunft ergeben wird. Das Investieren in neue Technologie ist ein solcher leading indicator, da es sich auf einen Input bezieht. Lagging indicators stehen im Zusammenhang mit Output, leading indicators stehen im Zusammenhang mit Input.

Betrachtet man die Entwicklung eines Unternehmens, so ergeben die lagging indicators nur das Bild der Vergangenheit. Sie sind nĂ€mlich das Resultat von vorhergehenden Prozessen, die bereits abgeschlossen sind. Sie geben also nur Auskunft ĂŒber den vergangenen Erfolg eines Unternehmens. FĂŒr die zukĂŒnftige Entwicklung ist die Betrachtung der leading indicator von großer Bedeutung. Sie nĂ€mlich zeigen an, wie die Zukunft aussehen wird. Ein Unternehmen kann heute gute Umsatzzahlen haben, aber wenn es einen Investitionsstau gibt oder wenig in die Optimierung von Prozessen investiert wird, dann deuten diese leading indicators darauf hin, dass das Unternehmen in Zukunft schlecht dastehen könnte.

Auf die persönliche Situation bezogen, können die beiden Indikatoren wie folgt interpretiert werden. Ist man jung, sollte man sich auf die leading indicators konzentrieren:

  • Wie viele BĂŒcher werden gelesen?
  • Wie viel wird in die persönliche Entwicklung investiert?
  • Welche Gewohnheiten werden aufgebaut?

Als Student steht man noch ganz am Anfang – die lagging indicators sehen noch nicht so gut aus. Aber wenn die leading indicators daraufhin deuten, dass sich eine gute Entwicklung abzeichnen wird, dann ist das ein gutes Zeichen.

Verwante Modelle

  • Statisch vs.dynamisch
Last Updated: 1/13/2020, 8:54:44 PM